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Wie ist das eigentlich? Arbeiten für Virtual Minds

Virtual Minds ist eine Medien- und Technologie-Holding mit Sitz in Freiburg, die 2001 gegründet wurde. Unter ihrem Dach vereinen sich mittlerweile 11 Unternehmen aus dem gesamten Bundesgebiet aus den Bereichen Media Technologies, Digital Advertising und Hosting. Zu Virtual Minds gehören zum Beispiel Adition, Adex und Yieldlab. Virtual Minds gilt als einer der führenden europäischen Spezialisten im Bereich digitaler Werbetechnologien mit eigenem Rechenzentrumsbetrieb. Kein Wunder also, dass auch Pro7Sat1 Interesse an der Unternehmensgruppe zeigte und im vergangenen Sommer die Mehrheit an Virtual Minds übernahm.

Was macht VM aus

Aber was bedeutet es eigentlich, für ein Unternehmen wir Virtual Minds zu arbeiten und ein Teil des über 300 Mitarbeiter starken Teams zu werden? Genau das erläutert CEO und Gründer Andreas Kleiser im Interview:

Lieber Andreas, was macht dir als CEO von Virtual Minds am meisten Spaß? 

„Ganz klar: die Arbeit mit Menschen – egal ob Kunden oder Kollegen. Wir bewegen uns glücklicherweise in einem Bereich, in dem Menschen bei ihrer Arbeit nicht wie Maschinen stupide Arbeiten verrichten müssen. Das ermöglicht persönliche Nähe – unter den Kollegen wie auch zwischen uns Vorständen und den Kollegen. Da gibt es faktisch keinen Unterschied. Sehr viele VMler sind schon sehr lange bei uns, viele habe ich selbst eingestellt als Virtual Minds noch ein kleines Start-up war. Es ist jeden Tag aufs Neue spannend zu sehen, wie und wohin sich diese Menschen über all die Jahre entwickelt haben – fachlich wie persönlich. Wenn Azubis über die Jahre zu Teamleitern werden, Praktikanten sich zum Vorstand hochgearbeitet haben, aus Schülern wahnsinnig gute und routinierte Entwickler wurden, die einen Riesenjob machen – das macht mir Spaß und bereitet mir Freude. Wir haben in all den Jahren nicht nur große Unternehmen entwickelt, sondern auch tolle Menschen auf ihrem beruflichen wie persönlichen Weg begleitet. Da geht man trotz sehr virtueller Arbeit – wir bauen ja keine Autos und können das Produkt unserer Arbeit nicht schmecken, riechen oder anfassen – mit einem glücklichen Gefühl nach Hause.“

Wie groß ist euer IT-Team und nach welchen Talenten sucht ihr?

„Virtual Minds beschäftigt in seinen Tochtergesellschaften an verschiedenen Standorten in Deutschland insgesamt knapp 200 Entwickler. Die Teams sind alle bunt gemischt, fast ein Drittel unserer IT-Experten hat einen internationalen Hintergrund, was sehr bereichernd ist. Derzeit suchen wir überwiegend Experten aus dem Java- und C++-Umfeld, aber auch Webentwickler (php/mysql) und vor allem Big-Data-Spezialisten, die sich mit Hadoop, Cassandra und Aerospike beschäftigen.“

Für die internationalen Kollegen: Was bedeutet es bei Virtual Minds einzusteigen?

„Wir sind ein deutsches Unternehmen, und unsere Identität ist uns wichtig. Daher ist Deutsch unsere Unternehmenssprache und wir achten darauf, dass sie das auch bleibt. Natürlich ist eine möglichst reibungsfreie Kommunikation mindestens ebenso wichtig.

Wir sind mittlerweile faktisch zweisprachig unterwegs und wechseln in vielen Teamsitzungen immer wieder zwischen Deutsch und Englisch.

Wir legen aber Wert darauf, dass die internationalen Kollegen Deutsch lernen – vor allem auch, weil Sprache elementares Element für Integration ist. Daher finde ich den Switch zwischen Deutsch und Englisch und die Mischung aus beidem sehr gut: Man kommt immer besser ins Deutsch rein, es gibt zugleich aber auch die Möglichkeit der Verständnisabsicherung über Englisch. Gleichzeitig fördern wir aber auch systematisch die Deutschkenntnisse unserer ausländischen Mitarbeiter: Wir haben eine Deutschlehrerin engagiert, die mehrmals die Woche unterrichtet, praktischerweise direkt hier im Büro und von der Firma bezahlt.“

Gibt es ein konkretes Prozedere für neue Kollegen? Wie werden diese integriert?

„Jeder neue Mitarbeiter stellt sich mit einem unterhaltsamen Frage-Antwort-Bogen vor, so dass die Kollegen auf jeden Fall den Namen kennen, Einstiegsthemen für Gespräche haben etc. Am ersten Arbeitstag werden die Neuen im Rahmen einer Standorttour in jedem Büro vorgestellt, ganz ohne Zeitdruck. Schon da gibt es oft ersten Smalltalk. Und ab dann ist die Integration fast ein Selbstläufer: In seinem Team hat jeder Mitarbeiter einen festen Ansprechpartner und damit eine Anlaufstelle, die immer für ihn da ist. Die Kollegen nehmen Neuzugänge mittags zum Essen mit oder auf eine Billard- oder Kickerrunde in die Firmenlounge. Das bricht jedes Eis sehr schnell, egal ob die neuen Kollegen aus dem Ausland oder Inland kommen.

Wir glauben, dass Integration bei Virtual Minds keine festgeschriebenen Regeln braucht, sondern offene Menschen mit der Bereitschaft, neue Kolleginnen und Kollegen herzlich willkommen zu heißen und ihnen zu helfen, sich gut einzuleben. Diese Mitarbeiter haben wir, daher klappt die Integration bei uns sehr gut und jeder Neuling ist schnell Teil des Teams. Die Firma fördert das natürlich auch mit Coachings und gemeinsamen Events wie Grillpartys und unseren legendären Weihnachtsfeiern. Aber Integration muss aus dem Herzen der Teams kommen – und das ist bei uns definitiv der Fall.“

Team-Event VM 2

Welcher Tech-Stack wird verwendet?

„Wir arbeiten, gerade im Technologiebereich, eng verzahnt zusammen, überlassen den Tochtergesellschaften aber die Entscheidung, welchen Tech-Stack sie verwenden wollen und synchronisieren unsere Systeme über offene Schnittstellen. Übergreifend kommt sehr viel Java zum Einsatz, hoch performante Systeme entwickeln wir meist in C++. Im Bereich der Massendatenverarbeitung sind wir auf Hadoop und Aerospike fokussiert, betreiben aber auch Cassandra-Installationen.“

Welche Herausforderungen stellt der Bereich des digitalen Advertisings im Speziellen an eure IT? Welchen größten technischen Herausforderungen seht ihr euch gegenüber?

„Wir haben primär zwei wesentliche Herausforderungen, die der Markt an uns stellt und denen wir jeden Tag aufs Neue gerecht werden müssen: Einerseits eine WIRKLICHE Hochverfügbarkeit zu erreichen – 99,9 Prozent ist für uns bei weitem zu wenig. Andererseits ist der Umgang mit extremen Datenmengen, die in Echtzeit verarbeitet werden müssen, ein forderndes Thema. Dabei steigen die Datenmengen nicht linear, sondern vielfach exponentiell.“

Wie hat sich die Technologie des Unternehmens seit der Gründung 2001 verändert?

„Aus der Anfangszeit sind tatsächlich nur noch wenige Kernbestandteile innerhalb der Auslieferung übriggeblieben, im Wesentlichen hoch performante C++-Module, die schon damals so gut waren, dass sie zwar immer weiterentwickelt, aber nie komplett erneuert werden mussten. Wir sprechen heute, fast 15 Jahre nach der Gründung, von ganz anderen Skalierungsebenen und Datenmengen. Die sind nicht mehr vergleichbar mit denen von der Anfangszeit der digitalen Werbung. Wir speichern Daten daher heute komplett anders und selbstverständlich sind auch Benutzeroberflächen, Reportings, Dashboards etc. nicht mehr mit denen zu vergleichen, die 2001 up to date waren.”

Wie sind eure Tech-Teams organisiert und wieso habt ihr euch für eine bestimmte Organisation entschieden? Worin liegen die Vorteile, wo die Nachteile?

„Das hängt vom Standort ab. Agil arbeiten alle, die größten Teams aber nicht nach einer festen Methode. Jede Organisation hat ihre Vor- und Nachteile, und ich bin kein Freund von starren Strukturen. Auch Scrum bspw.  ist im Grunde starr, wenn man sich fest an alle Vorgaben hält. Daher haben wir gemeinsam mit einem sehr guten Trainerteam eine eigene Organisation entwickelt, mit vielen Einflüssen aus Scrum, Kanban und XP, aber eben auch um eigene Ansätze und Ideen ergänzt und optimiert. Ein bunt gemischtes Team, die ‘Roadrunner‚, überprüft permanent den Prozess und ändert flexibel Dinge, die nicht optimal sind. Bei sehr wichtigen Entscheidungen bin ich oft mit dabei und gebe eine Stimme ab, die Roadrunner haben aber die Freiheit, den Entwicklungsprozess eigenständig und kontinuierlich zu optimieren. Selbstbestimmung anstatt Vorgaben von oben finden wir wichtig.“

Nerv Gun VM

Worauf legt ihr besonders Wert, damit eure Teams zufrieden sind?

„Flache Hierarchien, Freiheit in der Wahl der Hardware, Mitspracherecht bzgl. verwendeter Komponenten ist heute eigentlich Standard. Wir haben sehr partizipative Strukturen und Prozesse wie bspw. unser Open Board, in dem die Teams die anstehenden Aufgaben bewerten und eigene Vorschläge einbringen können. Mitsprache, Gestaltungs- und Verantwortungsmöglichkeiten und Transparenz sind aus meiner Sicht sehr entscheidend für eine gesunde Unternehmenskultur.

Parallel achten wir natürlich sehr darauf, dass es unseren Mitarbeitern einfach gut geht – frisches Obst, Getränke und Müsli sind daher Standard bei uns, genauso wie Lounges zur Entspannung.

Eine ausgewogene Work-Life-Balance ist außerdem wichtig. Unsere Mitarbeiter sollen auch Urlaub machen und Überstunden die Ausnahme bleiben und nicht zur Regel werden. Ausgebrannte Kollegen helfen nämlich langfristig nicht weiter, und Virtual Minds steht für langfristige und nachhaltige Planung. Besonders bei unserem größten und wichtigsten Asset, unseren Mitarbeitern.”

Free Fruits VM

Lieber Andreas, welche technische Entwicklung findest du besonders spannend und wieso?

„Internet of Things und Smart Home finde ich spannende Themen.

Ich habe Elektrotechnik studiert und war schon als Kind ein ‚Bastler‘

Vernetzte Technik fasziniert mich seit jeher. Als ich vor einigen Jahren in ein neues Heim gezogen bin, war ich begeistert von den Möglichkeiten der Vernetzung – und gleichzeitig enttäuscht, wie viele tolle Ideen noch ungenutzt bleiben. Ich weiß zwar nicht, ob ich wirklich meinen Kühlschrank entscheiden lassen möchte, wann er welche Lebensmittel nachbestellt; nicht alles, was technisch möglich ist, muss man für sich wollen. Aber wenn morgens bei schönem Wetter automatisch die Jalousien hochfahren, die aufgehende Sonne und sommerliche Musik einen wecken – oder Rammstein, wenn das Wetter mies ist – ist das schon cool. Auch praktisch betrachtet: Aus der Ferne das komplette Haus steuern zu können, ist einfach eine enorme Erleichterung, wenn man viel unterwegs ist. Für meinen Sohn ist es heute schon ganz normal, dass Papa das Licht im Haus mit dem iPhone anmacht und über Spotify fast jedes Musikstück in jedes Zimmer streamen kann. Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke und die rasante Entwicklung der letzten 20 Jahre sehe, bin ich sehr gespannt, was für uns alle in einigen Jahren ganz normal sein wird.“

Weihnachtsfeier

Sämtliches Bildmaterial stammt von Virtual Minds.

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